Die Liedarcheologen

Gott loben mit den Christen vor uns

Schönster Herr Jesu 

 

Schönster Herr Jesus,
Herrscher aller Herren,
Gottes und Marien Sohn
Dich will ich lieben
Dich will ich ehren
Meiner Seelen Freud und Wohn

Alle die Schönheit
Himmels und der Erde
Ist gefasst in dir allein
Keiner soll immer
Lieber mir werden
Als du Jesus liebster mein.

Schäme dich O Sonne,
schäme dich O Monde,
Schämet euch ihr Sterne all
Jesus ist feiner,
Jesus ist reiner
Dann die Engeln allzumahl.

Schön sind die Blumen,
schöner sind die Menschen
In der frischen Jugendzeit
Sie müssen sterben
Müssen verderben
Jesus lebt in Ewigkeit.

Er ist warhaftig,
allhier gegenwärtig,
In dem heiligen Sakrament
Jesus dich bitt ich,
Sei uns gnädig
Jetzo und an unserm End.

 

 

 

 

Friedrich Spee vor 1673

 

 

 Die Liedarcheologen

 

Der Text wurde für die jesuitische Fronleichnamsprozession geschrieben und verehrt daher die Gegenwart Christi in der Eucharistie. Autor ist vermutlich Friedrich von Spee, bekannt geworden als Kämpfer gegen den Hexenwahn.

In den 1840er Jahren nahm Hoffmann von Fallersleben, der Autor des Deutschlandliedes, das Lied in seine Sammlung schlesischer Volkslieder auf und veränderte dabei den Text: Naturbezüge wurden gestärkt, religiöse Bezüge geschwächt.

Von dort gelangte das Lied dann in protestantische Kirchenkreise und wurde dabei stärker mit Jesus-Bezügen formuliert, sodass es am Ende vom jesuitischen Fronleichnamslied zum evangelischen Bekenntnislied wurde.