Die Liedarcheologen

Gott loben mit den Christen vor uns

Herr Gott, dich loben wir 

 

1. Herr Gott, dich loben wir,
regier, Herr, unsre Stimmen,
laß deines Geistes Glut
in unsern Herzen glimmen!
Komm, komm, o edle Flamm,
ach komm zu uns allhier,
so singen wir mit Lust:
Herr Gott, dich loben wir.

2. Herr Gott, dich loben wir,
wir preisen deine Güte,
wir rühmen deine Macht
mit herzlichem Gemüte.
Es steiget unser Lied
bis an des Himmels Tür
und tönt mit großem Schall:
Herr Gott, dich loben wir.

3. Herr Gott, dich loben wir
für deine großen Gnaden,
daß du das Vaterland
von Kriegeslast entladen,
daß du uns blicken läßt
des güldnen Friedens Zier;
drum jauchzet alles Volk:
Herr Gott, dich loben wir.

4. Herr Gott, dich loben wir,
die wir in vielen Jahren
der Waffen schweres Joch
und frechen Grimm erfahren.
Jetzt rühmet unser Mund
mit herrlicher Begier:
Gott Lob, wir sind in Ruh!
Herr Gott, wir danken dir.

5. Herr Gott, dich loben wir,
daß du die Pfeil und Wagen,
Schild, Bogen, Spieß und Schwert
zerbrochen und zerschlagen.
Der Strick ist nun entzwei,
darum so singen wir
mit Herzen, Zung und Mund:
Herr Gott, wir danken dir.

6. Herr Gott, dich loben wir,
daß du uns zwar gestrafet,
jedoch in deinem Zorn
nicht ganz hast weggeraffet;
es hat die Vaterhand
uns deine Gnadentür
jetzt wieder aufgetan:
Herr Gott, wir danken dir.

7. Herr Gott, wir danken dir,
daß du Land, Kirch und Häuser,
den edlen Fürstenstamm
und dessen grüne Reiser
bisher erhalten hast;
gib ferner Gnad allhier,
daß auch die Nachwelt sing:
Herr Gott, wir danken dir.

8. Herr Gott, wir danken dir
und bitten, du wollst geben,
daß wir auch künftig stets
in stolzer Ruhe leben.
Krön uns mit deinem Gut,
erfüll jetzt nach Begier,
o Vater, unsern Wunsch!
Herr Gott, wir danken dir. 
 

 

 

 

Johann Franck 1648

 Die Liedarcheologen

 

Johann Franck (1618-77) dichtet auf die Melodie von "Nun danket alle Gott" am Ende des 30-jährigen Krieges (1618-48) ein Danklied für den Frieden. Die ersten beiden Strophen leiten das Lob Gottes ein, ab der dritten Strophe bezieht sich dieses Lob konkret auf den gerade anbrechenden Frieden. Der Krieg wird dabei auch als Strafe Gottes gedeutet, aber zugleich wird nun der Friede als Gnade Gottes verstanden. Die Bitte um den Erhalt des Friedens und damit um die Gnade Gottes beendet das Lied.