Die Liedarcheologen

Gott loben mit den Christen vor uns

Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer  

 

Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,
wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.
Frei sind wir, da zu wohnen und zu gehen.
Frei sind wir, ja zu sagen oder nein.

Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,
wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.

Wir wollen Freiheit, um uns selbst zu finden,
Freiheit, aus der man etwas machen kann.
Freiheit, die auch noch offen ist für Träume,
wo Baum und Blume Wurzeln schlagen kann.

Und dennoch sind da Mauern zwischen Menschen,
und nur durch Gitter sehen wir uns an.
Unser versklavtes Ich ist ein Gefängnis
und ist gebaut aus Steinen unsrer Angst.

Herr, du bist Richter. Du nur kannst befreien.
Wenn du uns freisprichst, dann ist Freiheit da.
Freiheit, sie gilt für Menschen, Völker, Rassen,
soweit wie deine Liebe uns ergreift.

 

 

  

 

Anders Frostensen 1968

 

 

 Die Liedarcheologen

 

Der Ursprung des Liedes liegt in einem Text von Christa Weiß aus dem Jahr 1965, dann gelangt das Lied nach Schweden und wird von dem Pastor Anders Frostenson neu arrangiert. In einer Rückübersetzung von Ernst Hansen von 1970 wird es in Deutschland, besonders in der DDR, zu einem sehr beliebten Lied.

Inhaltlich ist der Bezug zur politischen Situation nach dem Mauerbau bedeutsam, denn dadurch trifft das Lied den Wunsch der Deutschen nach der Überwindung der trennenden Mauer. Das Lied bewegt sich also einerseits auf der politischen Ebene, zugleich aber auch in einer geistlichen und zwischenmenschlichen Ebene.